24 Juli 2022

Market Spotlight: Sind erneuerbare Energien der Schlüssel zur europäischen Energiesicherheit?

2022 bestimmt ein Ereignis den europäischen Energiesektor: Russlands Einmarsch in die Ukraine. Die kurz- und langfristigen Folgen dieser Krise sind erheblich. Die Gaspreise sind in die Höhe geschossen und haben die Inflation verschärft. Entscheidend ist nun, wie Unternehmen, Verbraucher und Regierungen darauf reagieren. Ihr Verhalten könnte den Beginn einer neuen Entwicklung in der europäischen Energiewirtschaft markieren – mit Auswirkungen auf die Energiesicherheit in der Region und das Wachstum erneuerbarer Energien.


Eingeschränkte Lieferungen

Ende 2021 lag die Megawattstunde von Europas führendem Erdgas-Benchmark Dutch TTF bei 70,34 Euro, laut Trading Economics. Nach dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs schnellte der Preis in die Höhe. Am 7. März betrug er 227,20 Euro.

Im zweiten Quartal bewegten sich die Preise um die 100 Euro pro Megawattstunde. Gegen Quartalsende stiegen sie jedoch wieder an und erreichten am 7. Juli 183,18 Euro. Das spiegelt vor allem die Auswirkungen der Wartungsarbeiten an Nord Stream 1 wider, der wichtigsten Gaspipeline zwischen Russland und Deutschland. Offizielle Stellen befürchteten, dass nach Abschluss der planmäßigen Wartung kein Gas mehr fließen würde. Russland nahm die Lieferungen am 21. Juli wieder auf, wobei die Liefermenge allerdings zwischen 20 und 40 Prozent der möglichen Kapazität variiert.

Angesichts dieser Entwicklungen überdenken die europäischen Länder ihre Abhängigkeit von russischen Energielieferungen. Die Krise erfordert unmittelbare Reaktionen zur Aufrechterhaltung der Versorgung. Dazu gehören Energieeinsparungen und die erneute Inbetriebnahme von Kohlekraftwerken. Langfristig wird jedoch der Ausbau der erneuerbaren Energien entscheidend sein.


Boom der erneuerbaren Energien

Die politischen Entscheidungsträger wissen jetzt, dass sie bei den erneuerbaren Energien schnell handeln müssen. Die Dealmaker sind sich der Vorteile bereits heute im Klaren. Im vergangenen Jahr rückten Deals mit erneuerbaren Energien in den Vordergrund. So kauften Engie und Crédit Agricole für 2,2 Mrd. Euro Eolia. Das spanische Unternehmen erzeugt Strom aus erneuerbaren Energien.

Dieser Trend setzt sich 2022 trotz der makroökonomischen Turbulenzen fort. Im ersten Halbjahr ging es bei drei der fünf größten Deals im Energiesektor in EMEA um erneuerbare Energien. Den größten Deal schloss das dänische Energieunternehmen Ørsted ab. Es verkaufte seinen 50-Prozent-Anteil an einem britischen Offshore-Windpark für 3,6 Mrd. Euro. Käufer waren die französischen Finanzriesen Axa und Crédit Agricole.

Der Bedarf an Investitionen in grüne Energie ist seit langem offensichtlich. Jetzt reift der Markt rasch heran. Beschleunigt wird diese Entwicklung durch den russischen Einmarsch in die Ukraine. Die Zunahme von Transaktionen im Bereich der erneuerbaren Energien in Europa erscheint unvermeidlich.

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